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Die Geschichte

Die Geschichte der solunterianischen Clans

Die nun folgende Geschichte des Volkes und der Clansstruktur der Solunterianer wurde aus vielerlei verschiedenen Quellen von unterschiedlicher Glaubwürdigkeit zusammengetragen, wobei ich versucht habe, die eindeutigen Falschmeldungen und Übertreibungen auszumerzen - was bei der Geschichte der solunterianischen Clans fürwahr kein leichtes Unterfangen ist. Das meiste, was wir wissen, stammt aus den Sängen und Sagen der solunterianischen Clans selbst – und hier hat jeder Clan seine eigenen Sagen und Gesänge mit unterschiedlichem Wahrheitsgehalt - weniges nur aus schriftlicher Niederlegung. Ich hoffe jedoch, dass die hier präsentierte Historie sowohl dem Geschichtskundigen wie auch dem umherziehenden Volke von Nutzen sein wird und ihm einen kleinen Einblick in die Frühzeit unseres solunterianischen Reiches geben möge.

Aus lang vergangener Zeit

Es muss wohl um den Sommer zweihundert vor dem Beginn unserer Zeitrechnung gewesen sein, als ein Stamm (welcher ist uns bis heute noch nicht bekannt) vom hohen Norden der Mittelande aus südwestlich zog und sich nach langen Jahren der Wanderschaft schließlich an der nördlichen Küste des uns als heute bekannten Kristallmeeres niederließ. Die Ursachen dieses Zuges sind für uns heute genauso unklar wie die Beweggründe für die Wahl eben jenes Ortes an der südlichen Küste der heutigen Mittellande. Nach und nach passten die Einwanderer ihre Lebensweise, ihre Sitten und ihre Gebräuche der fremden und rauen Umwelt an. Es entstand über die Jahre hinweg ein neues Volk, welches mit den Stämmen aus dem hohen Norden der Mittelande nicht mehr viel gemein hatte und aus dem jener Menschenschlag hervorgegangen ist, den wir heute als den Solunterianer kennen. In ihrer neuen Heimat lebten die Nachkommen der Wanderer zuerst von der Bärenjagd und vom Fischfang, betrieben dann zunehmend wohl auch Ackerbau und Viehzucht und errichteten die ersten steinernen Befestigungen - hohe Rundtürme - in die sie sich zur besseren Verteidigung bei Überfällen der Schwarz- und Grünpelze zurückzogen. Es war ein hartes und entbehrungsreiches Leben, aber dennoch hatten sie es gewählt.

Zur gleichen Zeit lebte jenseits des Kristallmeeres auf einem Kontinent östlich des südländischen Festlandes ein Volk ehrbarer Menschen, dass sich die Solae nannte. Dieses Volk ernährte sich vorwiegend vom Fischfang und betrieb in großem Maße Küstenhandel mit anderen Stämmen und Völkern dieses Kontinents. Die Jagd nach Wild wurde nur zu besonderen Anlässen durchgeführt, meist waren dies rituelle Feste mit verbundenen Opferungen und diente eher der Gunstbezeugung uns unbekannter Götter als der Nahrungsbeschaffung. Dieses Volk mutiger Seefahrer und Seefahrerinnen bewohnte nur einen kleinen Zipfel im Norden dieses großen Kontinents, welcher heutzutage einigen wenigen Gelehrten und Umherziehenden als Xant bekannt ist, dennoch aber den bekannten Ländern der Südlande immer noch unbekannt zu sein scheint. Südlich von Sol, der Hauptstadt der Solae, gab es ein junges Königreich namens Malepesarien, welches sich schnell in alle Himmelsrichtungen ausbreitete und über eine schier unerschöpfliche Anzahl Krieger zu verfügen schien. Die Malepesarier plünderten Dörfer, überfielen Handelszüge und Karawanen, verbrannten das Korn auf den Feldern und schickten sich an eine Flotte für den Krieg zu bauen. Sie eroberten binnen kürzester Zeit größere Gebiete als zehn Schiffe an einem Tag weit segeln können und herrschten durch Furcht und Schrecken. Eine Konfrontation mit den Solae ward bald unvermeidlich. Wie es sich in Sol zu jener Zeit lebte, ist uns leider nicht überliefert, denn die älteste Sage der Solunterianer, das Lunaris-Lied, setzt erst mit dem Vordringen der malepesarischen Legionen und dem Untergang der Stadt Sol ein.

Vierzig Schiffe und zweitausend Wesen

Der Kampf der Solae gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Legionen aus Malepesarien war unerbittlich und auf beiden Seiten sehr verlustreich. Als die feindliche Armee schließlich vor Sol, der Hauptstadt der Solae stand, fasste der Ältestenrat der Solae einen folgenschweren Entschluss:
Die verbliebenen etwa zweitausend Menschen machten vierzig Schiffe seeklar, verbrannten all ihre Habe die sie nicht mit sich führen konnten und stachen gen Westen in See und alles bevor die dunkle Flotte der Malepesarier sie erreichen würde. Wer nicht mitfahren konnte, weil er verwundet, krank oder zu alt und zu gebrechlich war, griff freiwillig zu Gift oder Dolch. Als die malepesarischen Legionen die rauchenden Überreste von Sol beraten, fanden sie keinen einzigen Menschen mehr lebend vor.

Die Flotte der überlebenden Solae fuhr derweil zuerst nach Nordwesten, auf der Flucht vor den Galeeren der Malepesarier, welche die Küstengewässer nun ebenfalls zu erobern suchten. Mehrere Tage lang ließen sich die malepesarischen Galeeren nicht abhängen und große Angst machte sich unter den Sol breit, denn das Dröhnen der Rudertrommeln war über viele Meilen über die See zu hören. Bald schon machten Hunger, Durst und Krankheit den Flüchtlingen zu schaffen. Ob es nun die Weisheit der Ältesten war oder nur eine glückliche Fügung des Schicksals, die Solae hatten in ihrer Eile eines nicht vergessen auf die Schiffe zu verladen – Wild für die Götter. Nur das Eingreifen der Götter konnte die Solae vor der sicheren Vernichtung durch die malepesarischen Galeeren retten. Und so führten die Ältesten unter ihnen das Ritual des Flusses durch, dies Ritual, welches das Leben wie auch den Tod, den Anfang wie auch das Ende in Gleichem Maße pries und alle hofften auf ein göttliches Wunder. Schon bald zeigten sich die ersten düsteren Wolken am Horizont und allen war eines klar: Entweder werden die Götter sie zu sich holen oder sie werden die Feinde in stürmischer See verschlingen. Die verbliebenen zweitausend Solae fügten sich dem göttlichen Schicksal und steuerten direkt auf den Sturm zu, die dumpfen Rudertrommeln der Galeeren hinter sich wissend. Im schwersten Sturm den die Solae jemals erlebt hatten gingen drei Schiffe mit zweihundert Menschen jämmerlich unter. Ob es an den fehlenden Opferungen für die Götter gelegen hatte oder einfach nur die Schiffe der unglaublichen Gewalt der See nicht stand hielten ist nicht sicher. Doch haben die Götter entschieden. Die Furcht vor dem unberechenbaren Meeresgott der Solae ließ die Besatzungen verzagen, ihr Vertrauen schwand und mit ihm die Schiffe in dunkler, tiefer See. Auch wenn über zweihundert Menschen ihr Leben ließen, waren die Götter dennoch gnädig zu den Solae. Die Galeeren waren nicht für die hohe See gebaut worden und sanken wie Steine welche man in einen Bach wirft auf den Grund des Meeres.

Nach vielen Wochen zielloser Fahrt gen Westen trafen die Flüchtlinge auf einen Schwarm vieler kleiner Fischerboote auf hoher See. Die Fischer (leider ist uns nicht bekannt welches Volk oder welche Inselgruppe dies gewesen sein könnte) geleiteten die Flüchtlinge zu ihren Siedlungen. Der Häuptling dieser einfachen Menschen gab den Flüchtlingen Obst, Wild und frisches Wasser und die Flüchtlinge ließen sich auf Geheiß des Häuptlings nieder, verbündeten und verbrüderten sich mit dem Fischervolk. Den Anstoß hierzu gab das Wild – es musste ein Zeichen der Götter gewesen sein. Die Kulturen der beiden Völker stießen zusammen und verschmolzen wiederum zu einer neuen, noch vollkommen unbekannten Form.
Hier verliert sich die Geschichte der Vorfahren der Solunterianer. Leider konnten weder irgendwelche Aufzeichnungen noch Sagen über diese Epoche gefunden werden. Wir sprechen hier von der dunklen Zeit der Wanderer.

Gegen Ende der dunklen Zeit der Wanderer wird in mehreren Schriftrollen berichtet, dass die Drachenschiffer (die heutigen Solunterianer) die Küsten einer neuen Inselgruppe weit jenseits des Kristallmeeres besiedelten. Wie sie dort hingekommen sind und warum sie die Gebiete in den Mittelanden verließen weiß man nicht. Es wird aber von blutigen Seegefechten berichtet, die wie wir vermuten, gegen das Reich der Torrog Nai geführt worden sein müssen.

Erst aus dem Sommer vierhundertachtundachtzig finden wir erste Aufzeichnungen einer Karte mit den genauen Bezeichnungen der einzelnen Inseln, der Städte und auch der wilden Gebiete der verhassten Schwarz- und Grünpelze auf dem Festland der Südlande. Es wird von einer Stadt namens Olven´artt berichtet, die von umherziehenden Orkstämmen mehrfach geplündert und gebrandschatzt wurde bis sie schließlich im Sommer 534 aufgegeben und verlassen wurde.

Es wird vereinzelt auch über Handelskontakte zu einer Stadt namens Lorungan im Norden berichtet. Die Reise dauerte einen halben Mond bis man am Horizont die großen Trutzburgen mit der mächtigen Kette zwischen der Meerenge dieses Königreiches erblicken konnte. Nach wenigen weiteren Sonnenläufen konnte man endlich auch die Zinnen dieser Stadt, Lorungan, erblicken. Hier vermuten wir die Anfänge des herrschenden Handelsclans, dem Clan der Sho´ran.

Nun verliert sich die Geschichte dieses uns noch unbekannten Volkes gänzlich. Man weiß weder wie noch ob sich die Beziehungen unseres Volkes durch Krieg oder Handel mit den anderen Reichen begründen.

Von nun an kann ich Euch nur über die heutigen Zustände, Sitten und Gebräuche der Inseln – unserer Inseln - berichten.

Der letzte Krieg der solunterianischen Clans

Eine letzte entscheidende Schlacht gegen das benachbarte kyranische Inselreich wurde vor einigen Sommern im Jahre 998 der neuen Zeitrechnung geschlagen.

Die folgende Schlacht dauerte bis in die späte Nacht und endete zugunsten der solunterianischen Vereinigung unter dem Sonnenbanner, nicht zuletzt dank der modernen Schiffsgeschütze auf den Schiffen. Die Kyranier verloren 37 Galeeren und damit 2/3 ihrer gesamten Streitmacht, die Solunterianer hingegen nur 12 Schiffe von 45. Die Eroberung des restlichen Königreiches erfolgte in den nächsten drei Monden. Nur die größete Insel im Zentrum des kyranischen Atolls blieb unbesetzt. Heute kennen wir sie als Kyrania, vom Großkönigreich Lorungan einverleibt. Von nun an wurde auch hier das solunterianische Reich verkündet.

Die heutige Zeit

Um die heutige Zeit und deren Zustände auf den Inseln zu verstehen muss mal zuallererst ihre Ordnung verstehen. Dies ist der Grundsatz für alle Dinge – hier ebenso wie auf dem Festland.

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